Andacht
Monatsspruch für Februar 2012:
Alles
ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Gute. Alles ist erlaubt, aber
nicht alles baut auf. Niemand suche das Seine, sondern was dem andern
dient.
1. Korinther 10, 23 + 24
Paulus
lässt grundsätzlich alles zu. Er ist grundsätzlich
für alles offen. Und doch hat er einen Maßstab für sein
Handeln und Denken. Nur was aufbaut und dem Guten dient, das ist
für ihn erlaubt. Jeder prüfe sich also selbst. Jeder stehe
selbst in der Verantwortung vor Gott, sich selbst und dem Nächsten
gegenüber. So sagt Jesus im höchsten Gebot: Du sollst den
Herrn, Deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von
allen Deinen Kräften und von ganzem Gemüt, und Deinen
Nächsten wie Dich selbst - Lukas 10, 27. Damit hat Jesus zugleich
auch eine Zusammenfassung der 10 Gebote gegeben. Jesus will mit seinem
höchsten Gebot die Freiheit des Einzelnen nicht einschränken,
im Gegenteil! Er will die Freiheit gewähren im Zusammenleben mit
dem Nächsten, in der Einstellung sich selbst gegenüber und im
Verhalten Gott gegenüber. Wir entscheiden selbst, was wir aus
Liebe zu Gott, dem Nächsten und uns gegenüber tun. Für
einen Anderen sieht diese Liebe wieder anders aus bzw. hat andere
Konsequenzen. Das macht auch den Wert eines jeden Menschen vor Gott
aus, dass er ein eigenes Denken und Fühlen hat, einen eigenen
Glauben, aus dem alles Tun und Lassen entspringt. So steht jeder
für sich vor Gott und entspricht dem, wie er von ihm geschaffen
und gedacht wurde. Paulus will die Korinther nicht einengen. Er hat
Angst um ihren Glauben, aber er will auch nicht von Christi Worte
weichen, dem er lebt und dem er dient. Darum "Alles ist erlaubt,
aber...". In der Hafenstadt kamen die Korinther mit den
unterschiedlichsten Charakteren zusammen. Wie sollten sie denen als
Christen begegnen? Was durften sie annehmen von denen, was mussten sie
ablehnen? Wie weit durften sie sich auf sie einlassen, um ihren eigenen
Glauben nicht zu gefährden? Er sorgt sich um ihre Seelen als ihr
Missionar, aber er hofft, dass sie seinen Brief, seine Worte darin
annehmen. Er vertraut darauf vor Gott, dass seine mahnenden Worte von
den Korinthern nicht überhört werden, und sie sind zugleich
Zeugnis für uns, überliefert auf einem Jahrunderte dauernden
Weg.
Amen
Ihre Pfarrerin Dr. Saßmann