in der Ev. Kreuzkirchengemeinde
Oft schon war es fast so weit. Nun ist es tatsächlich so. Wenn diese Zeilen gedruckt werden, habe ich die Kreuzkirchengemeinde inoffiziell bereits verlassen und arbeite in der Petrus-Gemeinde.

Das Dorf Herne lag am Schnittpunkt zweier Handelswege. Von
Münster kamen Kaufleute, die nach Wuppertal zogen. In der
Ost-West-Richtung ging es von Dortmund über Crange und Buer bis in
die Niederlande. Um 890 wurde „Haranni“ erstmals in einem
Steuerregister des Klosters Werden (heute: Essen-Werden) erwähnt.
Dort, wo heute die Kreuzkirche und das CVJM Haus stehen, befand sich
das Zentrum des Dorfes. Die Anhöhensiedlung
(„Haranni“) war ein Haufendorf, die Häuser gruppierten
sich unregelmäßig um die damalige Dionysiuskirche herum.
Heute strömt über den ehemaligen Kirchplatz der Verkehr der
Sodinger Straße.
Zum Kirchspiel Herne gehörten einige umliegende Bauernschaften,
zum Beispiel Altenhöfen, Baukau, Bergen, Hiltrop, Holsterhausen
und Pöppinghausen.
Im
Jahre 1561 führte Pfarrer Kraft Messing im Dorf
„Haranni“ die Lehren Luthers ein. Bis dahin wurde in der
1100 im romanischen Stil erbauten Dorfkirche der katholische Glaube
verkündet. Die Kirche war dem Heiligen Dionysios geweiht, der bis
heute im Siegel der Kreuzkirchengemeinde dargestellt ist.
Ausgrabungen von 1935 zeigten, dass dieser Kirche zwei ältere und
kleinere aus Fachwerk bestehenden Gotteshäuser vorausgegangen
sind. Ihr Ursprung reicht sogar bis in die 2. Hälfte des 9.
Jahrhunderts zurück.
Die Dionysiuskirche reichte Jahrhunderte lang für die kirchlichen
Aufgaben aus. Die industrielle Entwicklung der Region aber führte
dazu, dass das Gotteshaus für die gewaltig angestiegene Zahl der
Gläubigen zu klein wurde. Daher entschloss sich die
Kirchengemeinde, die Dionysius-Kirche durch einen größeren
Neubau zu ersetzen.
Die
„Kreuzkirche“ war geboren. Die alte Kirche wurde 1876
abgebrochen. Bereits ein Jahr zuvor, am 02. Dezember 1875 wurde der
Neubau feierlich eingeweiht. Die neue Kirche wurde die Hauptkirche der
evangelischen Christen von Herne. Da die Einwohnerzahl der Stadt immer
weiter anstieg, wurde die Kirchengemeinde Herne im Jahre 1963 mit bis
dahin zehn Pfarrstellen in eigenständige Gemeinde eingeteilt. Die
Innenstadt-Gemeinde gab der Kirche den Namen „Kreuzkirche“.
Die Kreuzkirche bietet ungefähr 850 Menschen Platz. 1990 wurde die
Kirche für mehr als 2 Millionen Mark von außen renoviert und
2006 für knapp 400.000 Euro von innen neu gestaltet. Zur heutigen
Evangelischen Kreuzkirchengemeinde gehören ungefähr 6202
Gemeindeglieder (Stand August 2006). Die Gemeinde ist 3,09
Quadratkilometer groß. Gemeindliches Leben findet im
Ludwig-Steil-Haus, in den Räumen der Stammstraße 40 und im
CVJM Haus statt. Das liturgische Zentrum der Gemeinde ist die
Kreuzkirche – die Citykirche in Herne.